Authentische Dominanz und Dienstleistung - Vereinbar?

Diese Frage mag sich schnell stellen und ist sehr berechtigt.

Als Sub eine Session buchen, seine Vorlieben auflisten, um diese gegen Bezahlung zu bekommen: Hat das dann noch etwas mit Spontanität, Hingabe, Überraschung und authentischer Dominanz zu tun?


Was ist authentische Dominanz?

In erster Linie die Fähigkeit zu führen, so wie man es für richtig hält.

Die Richtung und den Ton angeben. Auf seine eigenen Bedürfnisse achten und diese befriedigt bekommen. Seine Grenzen kennen. Spaß haben. Genugtuung erhalten. Und Freude empfinden, bei dem was man man tut.


Im Sinne von safe, sane & consensual bedeutet authentische Dominanz aber auch Verantwortung zu übernehmen und sich für sein Gegenüber zu interessieren.

Das setzt auch voraus, dass Vorlieben und Grenzen der oder des Sub´ von Bedeutung sind. Dieses Prinzip hat sowohl in privaten BDSM Sessions als auch in Sessions im Dienstleistungskontext Wichtung und hat nichts mit Wunschlisten oder dem "Topping from the Bottom" zu tun. Der Grad kann aber ein schmaler sein.


Im Idealfall finden sich Zwei, deren Interessen und Vorlieben übereinstimmen.

Ein Spielraum zeichnet sich ab, aus Grenzen und Vorlieben, auf beiden Seiten.

Dieser Spielraum bietet vielfältige Möglichkeiten, bestehend aus Spontanität, Kreativität und Handlungsfreiheit für den dominanten Part.


Das Inanspruchnahmen einer dominanten Dienstleistung schmälert das Erlebnis einer

echten BDSM Erfahrung keinesfalls - sofern das Gleichgewicht von aufrichtigem Interesse und konsequenter Führung ab dem Moment des Spiels aufrechterhalten wird.

Im Gegenteil, es kann die Erfahrung sogar verstärken.

Das Machgefälle und die Distanz ist stärker als zwischen zwei privaten Personen-

das kann von Vorteil sein. Die Kommunikation ist klar und zielgerichtet.

Personen mit den selben Interessen und Vorlieben finden schneller zueinander -

ein:e Sub kann das Profil seiner Herrin vorab sorgfältig studieren und sich in entsprechender Form vorstellen.


Das alles setzt aber eine entscheidende Sache voraus:

Einen submissiven Part, welcher zur echten Hingabe fähig ist.


Für eine gelungene Session und ein gutes Zusammenspiel gehören immer zwei.

Der submissive Part trägt immer die Verantwortung für ein Erlebnis mit, selbst dann, wenn die Kontrolle vollständig abgegeben wird.

Gutes Verhalten, korrekte Kommunikation und die Bereitschaft zu dienen kann nicht gekauft und auch nur teilweise anerzogen werden.


Naturveranlagte und talentierte devote Vertreter:innen erfahren das Geschenk wahrer Dominanz. Ganz gleich ob privat oder im Rahmen einer Dienstleistung.